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Je suis charlie

Als regelmäßiges Kommunikationstool hat dieser Blog längst ausgedient. Zu marginal scheinen mir letztlich jene Dinge, die ich hier aufgreifen könnte. Das Netz bietet so viele wunderbare Inhalte – ich habe mich dagegen entschieden, mich tagesaktuell an dieser Informationsflut zu beteiligen.

Wie sagte kürzlich eine Nichte zu mir: „Die Welt ist das Unscharfe außerhalb des Smartphones“. Das echte Leben findet außerhalb unserer digitalen Räume statt.

Und gerade deshalb treibt mich das Bedürfnis, Stellung zu beziehen, meine Chance auf freie Meinungsäußerung doch noch spät abends an den Rechner und in das Content-Management-System meines Blogs. Denn, der Blick auf die Seite von Reporter ohne Grenzen hat es mir wieder klar vor Augen geführt: Wir leben auf einer Insel der Glückseligen. Presse- und Meinungsfreiheit sind ein Gut, das uns hier in Deutschland des Jahres 2015 ganz selbstverständlich scheint – und das doch so wertvoll ist.

Das Attentat von Paris auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ ist ein Anschlag auf dieFreiheit von uns allen – in ganz Europa. Wo Menschen statt den Diskurs zu suchen, zur Waffe greifen, ist nicht nur die Pressefreiheit in Gefahr. Selbst als Journalistin in einem weitgehend unp0litischen Themenkomplex bin ich von dem Terroranschlag tief betroffen.

Diesen extremistischen, gewalttätigen Strömungen wie sie in Frankreich zum Ausbruch gekommen sind, können wir nur entgegen treten, indem wir dem Anderssein eine Chance geben, das Fremde aus ganzem Herzen willkommen heißen und Menschen, die zu uns kommen eine neue Heimat bieten. Wir müssen gemeinsam mit unserem Gegenüber die Welt, in der wir Leben, gestalten – und allen ausgrenzenden, radikalen und menschenverachtenten Tönen eine klare Absage erteilen.

Je suis charlie.


Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09. Januar 2015 um 00:36 und ist abgelegt unter Allgemein.